Donnerstag, 25. November 2010

Kolonialzeit Taiwans

Die kleine Insel Taiwan erlebte eine wechselvolle Geschichte während der Kolonialzeit. Die Kolonialisierung Taiwans begann in der Zeit 1127 bis 1279, als Chinesen während der Song-Dynastie Taiwan unter ihre Verwaltung stellten und Holländer während der Ming-Dynastie (1368-1644) in Taiwan einfielen.

Cihmu Brücke in Taroko Schlucht

Taiwan als Kolonie der Song-Dynastie 1127 bis 1279

In der Song-Dynastie von 1127 bis 1279 gehörte die Inselgruppe Penghu vor Taiwan zur Präfektur Fujian. In der Yuan-Dynastie von 1271 bis 1368 entstand in Penghu eine Verwaltungsbehörde, der auch die Insel Taiwan unterstand.

Taiwan als portugiesische Kolonie-Ilha Formosa

Die ersten portugiesischen Kolonialisten erreichten Taiwan im Jahr 1517. Sie tauften die Insel Ilha Formosa, die schöne Insel. 1624 besetzten niederländische Seefahrer und die niederländische Ostindien-Kompanie den Süden Taiwans und machten Tainan zur Hauptstadt.

Taiwan als spanische Kolonie


1626 eroberten Spanier den Norden und gründeten Niederlassungen bei Keelung und Danshui. Sie wurden 1641 von den Niederländern wieder verdrängt.

Kolonialisierung Taiwans

Die Auswirkungen der niederländischen Kolonialisierung Taiwans auf die Kultur der indigenen Völker waren verheerend. Häuptlinge wurden in den herrschaftsfreien Kulturen eingesetzt und die Stammesstrukturen verändert. Eine christliche Missionierung setzte ein und veränderte die mythologischen Vorstellungen und traditionellen Lebensformen der Ureinwohner. Es entstanden neue Verhaltens- und Denknormen, neue Dorf- und Herrschaftsstrukturen.

Zwischen 1624 und 1644 kam es zu weiteren Einwanderungswellen von Han-Chinesen.

Ende der niederländischen Kolonialzeit Taiwans

Als die Mandschuren auf dem chinesischen Festland immer weiter vordrangen und sich das Ende der Ming-Dynastie abzeichnete, floh der Ming-Loyalist Zheng Chenggong mit 35.000 Soldaten in 400 Dschunken nach Taiwan. Dort wollte er eine neue Ausgangsbasis für die Rückeroberung Chinas aufbauen. Seine Truppen belagerten neun Monate das Holländische Fort, das 1662 kapitulierte und die Kolonialzeit der Niederländer in Taiwan beendete.

Kolonialisierung Taiwans durch Qing-Dynastie

Die Ming-Loyalisten wurden bereits 1682 von der Mandschu-Dynastie vertrieben. Die Herrscher aus der Mandschurei stellten die Insel erstmals unter die Kontrolle Chinas und gaben ihr 1684 den Status einer Präfektur der Provinz Fujian. Taiwan gehörte mit etwa 2,5 Miollen Einwohnern lange zu den weniger beachteten Gebieten Chinas.

Zivilisierung der Ureinwohner durch die Chinesen

Die durch die Europäer begonnene Zivilisierung der Ureinwohner Taiwans wurde durch die Chinesen weitergeführt.

1734 wurden 50 chinesische Schulen eingerichtet.

1758 wurde ein Gesetz erlassen, das die Bewohner in den Ebenen der Insel Taiwans zwang,
  • mandschurische Haartrachten und chinesische Kleidung zu tragen,
  • chinesische Namen anzunehmen. 
  • Buddhismus und Konfuzianismus einzuführen und das von den Holländern verbreitete Christentum zu verdrängen.
Die als aggressiv geltenden Bergstämme mit ihrer traditionellen Kopfjäger-Kultur blieben unter chinesischer Herrschaft meist unberührt.

Taiwan als japanische Kolonie

1885 wurde die Provinz Taiwan gegründet und 1895 von Japan annektiert. Die japanische Kolonialverwaltung brachte die Bergstämme unter ihre Kontrolle und richtete Schulen und Polizeistationen in ihren Dörfern ein.

Die Japaner verboten Kopfjagd und Schamanismus und siedelten Stämme um. Damit griffen sie tief in die Kultur dieser Stämme ein und veränderten ihre Kultur.

Die japanische Kolonialverwaltung versuchte, den Shintoismus, eine fast ausschliesslich in Japan praktizierte Religion, einzuführen. Sie zwang die eroberten Völker zu einer neuen Lebensweise.

Brücken, Straßen und Eisenbahnen wurden gebaut, um das Land besser zu erschließen und zu modernisieren.

Bis in die 1930er Jahre kam es immer wieder zu blutigen Aufständen der Stämme und zu Massakern durch Japaner oder Chinesen an den Ureinwohnern.

Die japanische Kolonialverwaltung ging schließlich zu mit Stacheldraht umzäunten Reservaten über.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Männer der Ureinwohner Taiwans, insbesondere der Amis, in die japanische Armee eingezogen. Taiwan diente auch als Ziel für alliierte Bombenangriffe.

Ende Taiwans als japanische Kolonie

Nach dem Sieg über Japan im Jahr 1945 wurde Taiwan wieder Teil Chinas und 1949 von den chinesischen Nationalisten unter Chiang Kai-Chek in Besitz genommen. Der General errichtete eine Militärdiktatur mit Kriegsrecht, das erst 1987 aufgehoben wurde.

Die USA bauten Marinebasen, die größer als auf den Philippinen waren. Noch heute ist Taiwan wirtschaftlich stark von den USA abhängig. US-Englisch gilt als dritte Landessprache.

Taiwan Rundreise

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